Konferenz der lateinamerikanischen lutherischen Bischöfe und Kirchenpräsidenten in Santiago de Chile

Fuehrende Vertreter der lutherischen Kirchen Lateinamerikas trafen sich vom 16. bis zum 20. April in Santiago de Chile. Man wollte Strategien entwerfen, wie eine groessere Selbstaendigkeit der lateinamerikanischen Kirchen von der lutherischen Mutterkirche zu erreichen ist. Denn angesichts immer geringerer finanzieller Mittel muesse jede Landeskirche versuchen, eine eigene Identitaet zu finden, um ihr Ueberleben zu sichern. Pfarrer Martin Junge, Beauftragter des lutherischen Weltbundes fuer Lateinamerika betonte, dass nicht nur die finanzielle Abhaengigkeit reduziert weren muesse, sondern dass man sich auch von europaeischen Strukturen loesen muesse. So sei beispielsweise die Bereitstellung eines Pastorats oder eines Autos nicht mehr aufrechtzuerhalten. Vor allem in Gemeinden, die manchmal nur aus 100 Mitgliedern bestehen, muessten kuenftig die Laien vielmehr als bisher eingebunden werden, forderte Junge. Jede Kirche muesse ihr eigenes nachhaltiges Konzept entwerfen, um ihr Ueberleben zu sichern.

Auch Gloria Rojas, Praesidentin der lutherischen Kirche in Chile (IELCH) und Gastgeberin der Konferenz der Bischoefe und Praesidenten der lutherischen Kirchen in Lateinamerika, forderte ganz konkrete Schritte von den Lutheranern. “Wir muessen uns zeigen. Frueher trauten wir uns nicht, doch nun muessen wir den Menschen klar machen, wie viele Kindergaerten, wie viele Auffangbueros fuer misshandelte Frauen, wie viele Aids-Betreuungsstaetten von uns geleitet werden“, betonte sie gegenueber KNA. “Wir sind auch zu schuechtern, wenn es um das Thema Geld geht,” bedauerte die Pastorin. Die Mitglieder muessten sich mehr verpflichtet fuehlen und aktiver teilnehmen. Denn die finanziellen Zuwendungen aus Deutschland und den USA wuerden immer weniger: “Das spueren wir und das schmerzt. Also muessen wir alles tun, um weniger von der Mutterkirche abhaengig zu sein.” Problematisch sei auch, so die Bischoefin, dass zwar die Noete und Armut in Lateinamerika oftmals geringer seien als in afrikanischen und asiatischen Laendern. Doch da die Einkommensschere beispielsweise in Chile gerade besonders gross sei, sei die Situation der Aermsten tragisch und damit auch die immer geringeren Zuwendungen aus Uebersee bedauernswert. “Wir stehen mit dem Ruecken an der Wand”, beklagte die Bischoefin.