Kirche und Bildung - Fortsetzung...
Martin Luther hat einmal zum Thema Schule gesagt: "Wenn es Gott gefiele, mich meiner Aufgaben als Pastor zu entheben, gäbe es für mich auf Erden keine Aufgabe, die ich lieber erfüllen würde als diejenige eines Schulmeisters, denn nach dem Amt des Pastors gibt es kein schöneres Amt als das seine".
Ob Pastor/innen und Lehrer/innen diesem Satz heute noch so zustimmen würden, ist die Frage. Aber es zeigt sich darin die Hochschätzung Luthers und der Reformatoren insgesamt für Schule und Bildung. Das Erziehungspro-gramm der Reformation beruhte natürlich zuerst einmal auf der Lektüre der Bibel. Bildung soll den Glauben stärken. Dieses Programm erklärt sich aus der Lehre vom Allgemeinen Priesteramt: jeder Christ soll unter alleiniger Berufung auf die Bibel nach Kräften die Wahrheit des Evangeliums verkün-den. Die Reformatoren bezogen ihre Einsicht aus dem Studium der Bibel und der Erkenntnis, dass jeder Mensch mit seinem Gewissen vor Gott selbst verantwortlich ist.
Damit legte die Reformation den Grundstein für ein allgemeines Recht auf Wissen und Bildung.
In Genf z.B. erhielten Jungen und Mädchen bereits in der Reformationszeit öffentlichen und vor allem kostenlosen Grundschul-unterricht. Ausgehend von diesem Impuls wurde das Recht auf freien Zugang zu Bildung und die Chancengleichheit 1948 in die Allgemeine Erklärung der Mensche-nrechte (Art. 26) aufgenommen.
Das Thema Schule und Bildung geht uns also nicht nur insofern etwas an, als wir uns mit Mühe das Recht auf Religionsunterricht in der Schule bewahren, sondern wirklich im Kern. Gerade evangelische Christen dürfen bei diesem Thema nicht schweigen .
Und so ist auch unsere Arbeit in Belén nicht ein diakonisches Überbleibsel aus vergangenen Zeiten, sondern echte Bildungs-arbeit, um aktiv auf evangelischem Grund dem Ziel der Chancen-gleichheit näherzukommen .
Es grüβt herzlich
Pastor Friedemann Bauschert
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